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Stiefmutter Verpackung?

Winfried Batzke
15.09.2015
Views: 344
Pirlo, Dose für Heißabfüllung
SM-Kunststoffe: Flasche aus Polywood

Eine meiner Aufgaben als Geschäftsführer des Deutschen Verpackungsinstitutes ist es, diejenigen, die mit der Entwicklung von Verpackungen zu tun haben, zu finden, Ihnen Kontakte in der Branche zu vermitteln, Ihnen Angebote zur persönlichen Entwicklung zu unterbreiten und für Sie den Austausch mit Gleichgesinnten zu ermöglichen.

Aus diesem Grunde rufe ich häufig bei Unternehmen an die etwas zu verpacken haben. Markenartikler zum Bespiel, aber auch Handelsunternehmen und verschiedene produzierende Betriebe. Auf meine Frage, wer denn im Hause mit der Entwicklung von Verpackungen zu tun habe, bekomme ich oft nach anfänglicher Verwirrung diese Antwort: "So etwas gibt es bei uns nicht, aber mit Verpackungen weiß der Einkauf Bescheid."

Wenn ich dann wissen will, woher neue Ideen für Verpackungen kommen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Die einen brauchen keine Neuerungen, weil ja alles läuft, die anderen beziehen ihre Ideen von ihren Lieferanten. Wenn das Unternehmen in der schnelllebigen Konsumgüterindustrie tätig ist, nervt manchmal auch das eigene Marketing mit nicht umsetzbaren Vorschlägen die Produktionsverantwortlichen.

Verpackung auf diese Weise stiefmütterlich zu behandeln kann sich schnell rächen. Entwicklungen können verschlafen werden, Möglichkeiten nicht ausgeschöpft und Kunden verärgert werden. Beispiele dafür gibt es zur Genüge. Konsumenten erwarten heute Öffnungshilfen, Wiederverschließbarkeit, Portionierbarkeit, ressourcenschonende Verwendung von Materialien, individuelle Etiketten und ihr Produkt zur richtigen Zeit in der richtigen Verpackung.

Gerade die Convenience spielt eine immer stärkere Rolle als Unterscheidungsmerkmal zwischen den angebotenen Produkten. Mikrowelleneignung oder To Go Produkte sind nur zwei Beispiele. Da der Kunde jederzeit eigentlich alles bekommen kann, entscheidet er sich oft für das Produkt in der praktischen Verpackung. Bei der natürlich auch der Preis stimmen muss.

Wie komme ich auf die geeignete Verpackung für meine Zielgruppe? Wie bediene ich neue Zielgruppen? Wie mache ich auf ein neues Produkt aufmerksam? Singlehaushalte haben andere Verzehrgewohnheiten als Familien, Teenager ticken anders als Senioren, Frauen haben oft andere Vorlieben als Männer. Die Optimierung einer bisher verwendeten Verpackung reicht da manchmal nicht aus. Der bisherige Lieferant kann aber nur im Rahmen seines Lieferprogramms Vorschläge unterbreiten, von Faltschachteln auf Flaschen oder umgekehrt kann er nicht umsteigen. Aber gerade eine völlig neue Verpackung kann manchmal den Unterschied machen. Die Teewurst im Becher, die Buttermilch in der Flasche, die Chips in der Wickeldose, der Wein im Getränkekarton oder das Bier im kleinen Partyfass sind Belege dafür, wie in einer Produktkategorie mit Hilfe einer zielgruppengerechten Verpackung Märkte erobert wurden. Und dann noch die aktuelle Forderung nach nachhaltigeren Verpackungskonzepten zu erfüllen bedeutet nicht nur Materialeinsparung sondern zu dem so manches Mal auch Materialwechsel.

Ein Eindruck von der Jurysitzung Deutscher Verpackungspreis 2015

Bei der diesjährigen Jurysitzung zum Deutschen Verpackungspreis konnte ich all das Beschriebene wiederfinden. Bekannte Produkte in völlig neuen Verpackungen, Kunststoffe mit Holzfaseranteil, Karton mit Grasanteilen, verbesserte Dosierhilfen für Flüssigwaschmittel, Weissblechdosen für die Heißabfüllung von Sirup oder Verpackungsideen für den wachsenden E-Commerce.

Trends? Ich würde sagen Convenience, Nachhaltigkeit, ungewohnte Verpackungskonzepte, Materialeinsparung und Individualisierung sind die Themen der Zeit.

Sich umschauen lohnt sich. Oder nachschauen unter www.verpackungspreis.de

Oder miteinander reden! Gern auch mit unserer Hilfe.

(Dieser Beitrag erschien zuerst im Magazin „Key Sale“. Sie können den Artikel als PDF hier downloaden.)

Kommentare

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  • 1 Kommentar(e)
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Kommentar von:tatu68
28.09.2015
Verpackung, Paletten und Co.

Die Verpackung, aber auch die Schachteln und die jeweiligen Paletten aus Inka oder Kunststoffpaletten werden immer mehr mit Werbung bedruckt. Dabei wird auf die Umweltfreundlichkeit teilweise komplett verzichtet. Bei Beutel und Gripbeutel kann man heute sogar Bio Plastik verwenden, jedoch ist dies bei wenigen Herstellern angekommen.

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