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Pfeffersäcke, die anders Geschäfte machen

Birgit S. Bauer
20.06.2012
Views: 213
Simone Zeil, Kai Gildhorn

Kai Gildhorn, Simone Zeil und Michael Enslein vereint etwas: Sie wollen gesund und nachhaltig Leben und sie denken, dass man auch fair gute Geschäfte machen kann. Ihr Produkt: Pfeffer.

Die Pfefferpflanze (piper nigrum) war ursprünglich nur in Indien beheimatet und ist schon seit der Antike in Europa bekannt. Ein Luxusgut, das im alten Rom so begehrt war dass es in einzelnen Körnern gehandelt wurde und für das weite Entdeckungsreisen, vermutlich auch Kolumbus’ Suche nach einem Seeweg nach Indien, unternommen wurden. Die Redewendung “…wo der Pfeffer wächst” entstand wohl um 1500: Die genaue Herkunft des begehrten Gewürzes war den meisten Menschen nicht bekannt. Der Pfefferhandel und die Gewinne daraus unterlagen dem Spiel der Mächte: Wurde der Pfeffer lange Zeit von orientalischen Kaufleuten auf dem Landweg transportiert, gelangte er später mit Schiffen direkt nach Europa. Koloniale Ausbeutung der Arbeiter in den Herkunftsländern führte später dazu, dass schon im letzten Jahrhundert jeder Mitteleuropäer Pfeffer und Pfeffermühle sein eigen nannte und sich einfach leisten konnte. ‘Pfeffersäcke’ wurden die Händler abschätzig genannt, die mit dem pikanten Gewürz zu Reichtum gekommen waren – ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Fairness und Gewinne

The pepperplant, PIPER NIGRUM

Dass die Verfügbarkeit von guten Produkten aus fernen Ländern prinzipiell auf Ausbeutung beruhen soll, wollten die drei Gründer von Schwarzerpfeffer.de nicht so stehen lassen. Ihre Neugründung in Berlin 2009 konzipierten sie darum nicht nur als Handel für biologisch angebauten Pfeffer, sondern auch als Importunternehmen, das alle Schritte der Lieferkette kontrolliert. Die Pfeffersorten importieren sie aus einem biozertifizierten Nationalpark in Kerala in Indien, geerntet werden sie von Adivasi, einem ansässigen Volksstamm. Sie erhalten für den Pfeffer grundsätzlich 50 % Aufschlag auf den Weltmarktpreis. Ist das möglich: Fairness, Transparenz und gute Gewinne? Kai Gildhorn, Simone Zeil und Michael Enslein plädieren dafür und zeigen am Firmensitz in Berlin dass nicht nur der Wettbewerb am Markt, sondern auch gegenseitige Hilfe in Aquise und Logistik für Netzwerkpartner entscheidend ist.

Verpackung und Web = Transparenz

Die Verpackung ist für Schwarzerpfeffer.de nicht mehr das einzige, aber ein wichtiges Element durch das die Philosophie des Unternehmens nach Außen getragen wird. Das Internet, wie schon der Produktname “Schwarzerpfeffer.de” zeigt, ist wichtiger denn je. Hier setzen Schwarzerpfeffer.de auf totale Transparenz und verzeichnen und verlinken alle Zuliefererer und am Prozess beteiligten. Die Verpackung  beziehen sie beispielsweise von Dropack, das Verpackungsdesign verdanken sie Tobias-David Albert aus Leipzig. Wo sie die Holzwäscheklammern an der Verpackung herbekommen, verraten sie allerdings nicht. Dabei ist die Klammer mit eingebranntem Produktnamen am schwarzen Beutel mit dem Schriftzug “Schwarzerpfeffer.de” der Hingucker im Laden. Das auffällige Element ist Symbol für das Mitdenken, Querdenken, für das Freundschaft schließen mit praktischen Alltagsritualen. Denn ersteinmal verbraucht man eine Packung Pfefferkörner ja nicht ad hoc und wer hat noch nicht einen Beutel mit Wäscheklammer wiederverschlossen? Und auch ans Teilen wird gedacht: Im Onlineshop ist die Verpackung einzeln erhältlich – wer will, kann und soll also Pfefferkörner weitergeben und teilen. Besser kann man Nutzerfreundlichkeit und Philosophie nicht auf den Punkt bringen.

Scouts für Gutes

Im Onlineshop und im ausgewählten Handel kann man mittlerweile auch den fairen Premiumpfeffer im Set mit einer Pfeffermühle erstehen. Bald soll Schwarzerpfeffer.de auch noch Gesellschaft in Form eines Produkt-Geschwisterchens bekommen: Weissessalz.de. Die drei Unternehmer betätigten sich als Produkt-Scouts und fanden heraus, dass es traditionelles Siedesalz ohne chemische Zusätze und Rieselhilfe auch aus Deutschland gibt. Schwarzerpfeffer.de tut etwas gegen das sinkende Vertrauen in die Lebensmittel und steht für viele kleine wachsende Alternativen.

http://www.schwarzerpfeffer.de

Bildcredits:

Produktabbildungen:

Schwarzerpfeffer.de

Stich Pfeffer: The Gutenberg project

THE PEPPER-PLANT, Piper nigrum. E.W. Marsden delt. Engraved by J. Swaine, Queen Street, Golden Square. Published by W. Marsden, 1810.

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