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Sei spontan – jetzt sofort!

Birgit S. Bauer
14.12.2012
Views: 287

(english version on Packaging Europe)

Finanzkrise, verarmende Staaten, Klimawandel: nicht gerade besinnliche Zeiten zum Jahresende. Viele Unternehmen in der Verpackungsbranche jedoch machen gerade gute Geschäfte. Aber wie lange noch?

Was wir jedoch alle langsam realisieren, dass wir zukünftig viel mehr Innovation brauchen werden, ein ganz anderes unternehmerisches Denken. Innovation, das ist Kreativität, die nicht nur irgendeine Spielerei ist, sondern Ergebnisse bringt.

Gesucht: innovationskräftige Systeme

Doch wie erreicht man das? Ein Unternehmen ist eine eigene Welt, oft durch gläserne Wände von der Aussenwelt und von neuem Denken getrennt. Der Psychologe und Managementberater Prof. Dr. Peter Kruse beschäftigt sich seit Jahren mit der Innovationsfähigkeit von Systemen. Er mahnt: "Mann kann die Kreativität und Innovationsfähigkeit der Mitarbeiter gar nicht fördern. Das geht nur indirekt: Wir können nur Rahmenbedingungen schaffen, in denen Kreativität möglich ist." Nicht wenige Unternehmen tappen beim Thema Innovation vor lauter Aktionismus in die Falle, ihren Mitarbeitern Kreativität verordnen zu wollen und befehlen von oben, aus dem Management herab: Sei kreativ! Das ist allerdings genauso absurd wie der Ausspruch: Sei spontan! Und zwar jetzt sofort!

Für Kreativität in Unternehmen ist es also wichtig, Möglichkeitsräume zu schaffen, in denen Kreativität gedeihen kann. Und da kommen wir schon zum unliebsamen Teil des Ganzen: Sie müssen Kontrolle abgeben. Organisationspsychologen schlagen dazu noch ein einfaches Instrument zur Schaffung kreativer Räume vor: Erhöhen Sie die Fehlertoleranz. Denn Innovation entsteht nur da, wo man das Risiko eingeht, zu scheitern. Und rein rechnerisch gehen jeder erfolgreichen Idee unzählige gescheiterte Versuche voraus.

Fehlertoleranz = Null?

Menschen jedoch, die bewusst oder unbewusst glauben, Fehler würden nicht toleriert, können gar nicht kreativ sein. So, und nun überlegen Sie mal, wann und wie bei Ihnen im Betrieb das letzte mal wirklich Raum für Experimente geschaffen wurde. Wann waren Fehler nicht verpönt, sondern wurden als wichtige Lernprozesse genutzt? Der amerikanische Consulting-Guru Alan Weiss meint dazu ganz richtig: Innovatives Denken ist, die "Latte höher zu hängen – ohne zu wissen, ob man sie überspringen kann."

Intelligente Systeme arbeiten so, denn sie sind flexibel genug, Prozessmusterwechsel zu bewerkstelligen – das heißt: instabile Phasen auszuhalten. Prof. Kruse rät auf dem Weg zur intelligenten Organisation übrigens die Spannung im System zu erhöhen: Durch Störungen. Harmonische Systeme, so der Management-Berater, neigen zur Einförmigkeit. Störungen sind Unterschiedlichkeiten innerhalb des Systems – Neudeutsch Diversity. Praktisch heißt das: Holen Sie sich Querdenker und Störer ins Unternehmen und Vernetzen Sie sich möglichst weiträumig, um stabile Zustände gar nicht erst aufkommen zu lassen. Denn Kreativität ist im 21. Jahrhundert nicht mehr die Leistung eines Einzelnen, sondern die der flexiblen Systeme und Netzwerke, die sich auf immer neue Anforderungen einstellen können.

In diesem Sinne: Ein ideenreiches Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr!

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