dvi Deutsches Verpackungsinstitut e.V.
LOGIN:to.get.net|
  • Startseite
  • Kontakt
  • Impressum
  • Sitemap
  • Druckversion
  • dvi-News
  • Newsletter
  • Termine
  • Blog
  • Presse
Sie befinden sich hier: dvi // Deutsch // Startseite // Aktuelles // Blog 

Kommt in die Tüte! Vom Siegeszug eines Archetypen

Birgit S. Bauer
03.05.2012
Views: 342
Capri Sonne von Wild hat den Standbeutel für Fruchtsaft bekannt gemacht.

Standbeutel, Pouches oder SUP (Stand-up-pouches) – das sind die Worte, die wie Musik in den Ohren der Verpacker klingen, denn sie versprechen kleine Kosten bei hervorragenden Eigenschaften. Seit der Beutel 1962 als Doypack von den Brüdern Doyen erstmals patentiert wurde, kannte man den Standbeutel hauptsächlich in Erscheinung der 200ml Portion der vom Konzern Wild auf den Markt gebrachten Capri Sonne, die damals die einzigen Lizenznehmer des Standbeutel-Patents waren. Trotz des riesigen Potentials der Tüten und ihren hervorragenden Eigenschaften wie dem geringen Gewicht und der ausgezeichneten Sauerstoffbarriere hat der Standbeutel einige Zeit gebraucht, bis er seinen Siegeszug in Europa antreten konnte.

Käse im wiederverschließbaren Beutel: Der Vorteil für den Konsumenten ist offensichtlich.

Heute trumpft der Standbeutel dafür um so mehr – ob Food oder Non-Food – in allen Sparten auf. Und das Wachstum geht weiter: Eine 2010 veröffentlichte Studie der PCI Films Consulting sagte zuverlässig den Wachstumstrend der Pouches voraus und prophezeit einen anhaltenden Aufwärtstrend des am schnellsten wachsenden Packmittels für die nächsten Jahre.

Dieser Trend ist im Alltag bereits sichtbar: Ob Käse, Tabak oder Katzenfutter, ob Milch, Fruchtsaft oder Plätzchenteig – alles in der Tüte.

Das der Beutel technisch fast alles kann, ist klar. Doch auch kulturell und symbolisch gewinnt der Standbeutel an Bedeutung, er steht für ressourcenschonende Art der Verpackung und hat daher nach einem Karrierestart als Nachfüllpack auch als Öko-Verpackung an Fahrt aufgenommen und scheint sich langsam zu einem Standardformat, einem Archetypen zu entwickeln. Zum Archetypus, zum Urbild werden Formen, die einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis bekommen.

Wenn Zubehör auf den Markt kommt, ist die Verpackung im Alltag angekommen – auch wenn es wie hier die Verpackung versteckt.

Ein weiteres Indiz für die Durchsetzung eines Packmittels ist, dass sich in anderen Bereichen der Warenwelt Zitate und Reaktionen auf das Format, das Material und der Machart finden lassen. Die wiederverwendbare schwedische Trinkflasche (Bild) zum Beispiel zeigt dass ein Behältnis aus zusammengeschweißten Folien mittlerweile Vertrauen und Anerkennung erntet. Ein ähnliches Beispiel in einem verwandten Segment ist die Tasche für den Bag-in-Box-Wein, in der der Innenbeutel mit Auslassventil stilvoll und hochwertig transportiert werden kann. Der Beutelwein hat es also ins öffentliche Bewusstsein geschafft!

Für flüssige und pastöse Produkte gemacht: die Ecolean-Standbeutel
Gewöhnung erwünscht: Neue Handhabung für traditionelles Produkt: Das wird schwierig.

Für die Milch, eines der meistkonsumierten Lebensmittel, bieten die Standbeutel auch viele Vorteile. Vor allem Bio-Molkereien liebäugeln mit dem Beutel, der beispielsweise in Form des Ecolean-Standbeutels mit luftgefülltem stabilisierenden Griff die Nachfolge des früher schwabbelig-instabilen Milchbeutels antritt. Aufgrund des geringen Gewichts von nur 16g pro Einheit und seiner Fertigung in PE unter Verwendung natürlicher Kreide ist er aus ökologischer Sicht das passende Milch-Packmittel für die umweltbewussten Konsumenten. Doch hier zeigt sich, dass die Kaufentscheidung der Konsumenten nur selten etwas mit Vernunft zu tun hat, besonders bei traditionellen Produkten wie Milch. Die meisten Konsumenten mögen die Beutel nämlich nicht so gerne, ob aus Erinnerung an die vormals unförmigen, löchrigen Milchschläuche oder aus mangelndem Vertrauen in die neue Form. Einige Molkereien haben laut Medienberichten ihre Versuche mit dem Milchstandbeutel zugunsten von Combiblocs und neuen Formaten in Flaschenform mit Schraubdeckeln wieder eingestellt, andere Molkereien vertrauen in ihre umfassende Kundeninformation, um die kosten- und unweltfreundlichen Beutel beliebter zu machen und sie sozusagen zu ihrem Glück zu zwingen.

Es kann also noch eine Weile dauern, bis sich die gewöhnungsbedürftige Formensprache der Milchstandbeutel im Bewusstsein verankert hat, das Vertrauen in die Verpackung gewachsen ist und die Erinnerung an die ungeliebten Vorgänger verblasst. Derweil feiern andere Produktkategorien weiter den Siegeszug der Standbeutel und Pouches – vor allem als Verkörperung des Neuen und Innovativen.

Birgit S. Bauer

Kommentare

  •  
  • 2 Kommentar(e)
  •  
Kommentar von:Rüdiger Kunze
15.05.2012
Verpackungsentwickler

Sehr geehrte Damen und Herren, können Sie mir weitere Informationen bzw. Muster über das Behältnis Wein in der Tragetasche und der für flüssig-, bzw pastöse Produkte entwickelte Ecolean-Standbeutel zukommen lassen. Vielen Dank Mit freundlichen Grüßen Rüdiger Kunze

Kommentar von:dvi. vernetzt. impulse.
18.05.2012
AW: Verpackungsentwickler

Mit Mustern können wir leider nicht dienen, aber mit zwei Links für weitere Informationen:

Zubehör: Taschen für Wein im Beutel: http://www.menu.as/en/collection/news/4655539/t

Ecolean - Der Standbeutel für alle Einsatzgebiete: http://www.ecolean.com/

Mein Kommentar

Zurück