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Kreislaufwirtschaft. Ein Führung durch eine Sortieranlage.

Birgit S. Bauer
06.09.2012
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Gebäude

Die große Fabrik in Berlin Mahlsdorf stellt nichts her.

Das was sie verarbeitet ist Müll – unser Müll. Doch heißt das, was hier schmutzig und stinkend angeliefert wird heute "Wertstoff" und wird durch das Duale System Deutschland in den gelben Sammelbehältern gesammelt.

Die ALBA Sortieranlage ist eine von vier "Leichtverpackungswerken" die die Alba bundesweit betreibt und befördert pro Jahr 140000 Tonnen Leichtverpackungen durch ihre kilometerlangen Förderbänder, meterhohen Reißschnecken und Sortiertrommeln. Hier sortieren nicht mehr Menschen, sondern hauptsächlich Maschinen. Sobald das Gemisch von großen Kippern in der Eingangshalle abgeladen wird, wird es durch Traktoren lautstark in die weit geöffneten Schlund der Anlage gekippt.

Förderbänder

Trotz des groben Entrées wird hier mit Hightech gearbeitet: Beispielsweise mit Infrarotsensoren, die die Beschaffenheit und Farbe der Materialien auf den Förderbändern analysieren und dann durch blitzschnelle gezielte Luftstöße in die richtige Sortierung blasen. So werden zum Beispiel Metalle (Blech und Aluminium), Verbundverpackungen (z.B. Tetrapak) und 5 verschiedene Kunststoffe (PE, PP, PET, PA und PS) erfasst. Selbst spiegelnde oder schwarze Verpackungen können die Sensoren mittlerweile erkennen und vollautomatisch in die richtigen Kanäle der Pressen leiten, die aus der Materialfraktion sortenreine Ballen machen. Ganz ähnlich wie in mancher Produktion, denke ich.

Ballen draussen

Bis zu 50 Lastwagen mit Konsumresten der Berliner und Brandenburger passieren jeden Tag die Werkstore, rund 20 verlassen die Anlage mit den gepressten, nach Stoffen getrennten Ballen. Der Materialumsatz der zu 80% durchlaufenden Anlage ist schnell, denn recycelte Materialen sind begehrt. Sie werden teilweise direkt vor Ort von Abfüllern abgenommen – ein Effekt, der das Recycling noch effizienter macht, weil es keine langen Wege zur Wiederverarbeitung hat.

Qualitätskontrolle

Menschen arbeiten hier nur sehr wenige, die meisten in einer Abteilung, die “Qualititätskontrolle” heißt, aber ein über den ratternden Transportbändern befindlicher Raum ist, in dem eine Nachsortierung schwer erkennbarer oder verschmutzter Abfälle an mehreren Fließbändern passiert.

Die Luft ist nicht so schlecht wie erwartet, aber das Arbeitstempo mörderisch. Was die Arbeiterinnen und Arbeiter in den 8-stündigen Schichten leisten, ist enorm: Staub, Lärm und Geschwindigkeit pur. Dabei war das Sortieren von Abfällen vor wenigen Jahren noch viel mehr Handarbeit. Bald werden laut Aussage von Alba auch die Aufgaben dieser Menschen durch Maschinen übernommen – und darüber braucht man nicht traurig zu sein.

Bagger

Überwältigend ist die schiere Kapazität der Sortieranlage, die man an den aufgetürmten Ballen auf dem Werksgelände sehen kann. Verpackungsabfälle machen eben einen Großteil dessen aus, was konsumiert wird. Um so wichtiger ist das Wissen um diesen Teil des Rohstoffkreislaufes. Alba setzt hier auf Transparenz: Die Anlage kann jeder in wöchentlichen Führungen besuchen. Wie Designer und Produzenten von Verpackungen die Sortierung der Wertstoffe einfacher machen könnten, ist meine Frage zum Abschluss der Führung. – "Durch Monomaterialen oder leicht zu trennende Konstruktionen – den Aludeckel sollten die Verbraucher also immer vom Joghurtbecher trennen", antwortet der Experte. Denn Mülltrennung ist trotz aller Technologie in der Sortierung immer noch ein oft zu wenig beachtetes konstruktives Problem. Was er beim Anblick der Ballen denke, frage ich unseren Guide dann noch.

“Ob wir das ganze Zeug wirklich brauchen" sagt er.

Birgit S. Bauer

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