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27.09.2017

dvi ehrt Prof. Dr. Claus Hipp mit dem Dieter Berndt Preis

Deutscher Verpackungspreis

Mit dem Dieter Berndt Preis würdigt das Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) Protagonisten aus Wirtschaft und Gesellschaft, die wichtige und nachhaltige Entwicklungen initiieren, tragen und stützen sowie entscheidende Werte und Errungenschaften bewahren und schützen. Auf einer Festveranstaltung am 26. September 2017 ehrte das dvi den Unternehmer und Geschäftsführer des Nahrungsmittel- und Babykostherstellers HIPP, Prof. Dr. Claus Hipp für sein Lebenswerk.

In seiner Laudatio würdigte dvi-Vorstandsvorsitzender Thomas Reiner die „im höchsten Maße vorbildlichen und beeindruckenden Leistungen. Prof. Dr. Claus Hipp hat als visionärer und verantwortungsbewusster Unternehmer und Mensch mit großem persönlichem Engagement und nimmermüder Innovationskraft entscheidende Entwicklungen für tatsächlich nachhaltiges, ökologisches und ethisches Wirtschaften angestoßen und zum Wohle von Konsumenten, Erzeugern und Mitarbeitern ganzheitlich in die Tat umgesetzt. Als mutiger Pionier, überzeugter Humanist und erfolgreicher Unternehmer hat er dabei über sein Unternehmen hinaus höchst wirkungsvoll Maßstäbe gesetzt und einen gesunden, fruchtbaren Boden für aktuelle und zukünftige Generationen bereitet.“

Thomas Reiner erinnerte in seiner Laudatio auch an das, was Prof. Hipp der Verpackungswirtschaft ins Pflichtenheft geschrieben habe: „Der Verpackung fällt die anspruchsvolle Aufgabe zu, die Werte des verpackten Guts zu erhalten und nach außen hin auszudrücken. Dabei darf sie nach Gebrauch jedoch nicht zur Belastung werden oder Werte vernichten, sondern soll im Gegenteil möglichst auch für die weitere Nutzung von Wert sein.“ Ein Diktum, dem der dvi-Vorstandsvorsitzende vollkommen zustimmte. „Wir müssen Verantwortung übernehmen für das, was wir machen und dürfen uns als Unternehmer nicht von Gelegenheiten treiben lassen.“

Ethik im Wirtschaftsleben – der ehrbare Kaufmann
In seiner Dankesrede nahm Prof. Hipp den Bezug zur Verpackung kurz aber prägnant auf. „Verpackung ist wichtig und hat die Menschheit schon immer bewegt. Dabei haben Zweckmäßigkeit und Ästhetik immer zusammen gehört. Das war schon bei den Keramiktöpfen rund 10.000 vor Christus so, die auch schon schön gestaltet waren. Wir wollen, wenn wir gute Qualität im Produkt haben, das auch nach außen ausdrücken. Die ersten Verpackungen unseres Unternehmens von 1899 waren schwarz und gelb - keine Farbwahl, die man heute wählen würde. Aber die Kartonverpackung hat uns für Jahrzehnte begleitet. Später kam die Glasverpackung hinzu. Heute haben wir alle modernen Verpackungsmaterialien im Einsatz. Aber immer im Hinblick darauf, was wir dadurch mit der Umwelt anrichten.“

In einer ebenso unterhaltsamen wie eindringlichen Rede schlug Prof. Hipp danach unter dem Titel „Ethik im Wirtschaftsleben - der ehrbare Kaufmann“ einen großen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Bogen. Er zeichnete die Grundlagen ethischen Wirtschaftens, berichtete von der Ethik-Charta im eigenen Unternehmen und betonte die Bedeutung der nachfolgenden Generationen. „Die jungen Leute müssen die Dinge besser machen. Wir müssen sie vor Fehlern bewahren, die wir selbst gemacht haben.“ Hipp erinnerte an den großen Schweizer Pädagogen Pestalozzi, der gefordert habe, die Ausbildung junger Leute müsse „Haupt, Hand und Herz umfassen. Oder anders gesagt: Geist, Geschick und Gemüt.“

Prof. Hipp führte aus: „Wir müssen die Köpfe der jungen Leute nicht mit Wissen vollstopfen, dass schnell veraltet. Aber sie müssen wissen, wo das Wissen zu finden ist, das sie brauchen. Wir brauchen Achtung vor Menschen, die Fähigkeiten haben, mit ihrer Hand etwas zu schaffen. Es muss nicht jeder eine Intelligenzbestie sein. Die Hand steht auch für Kreativität. Kreativität ist für die Zukunft von entscheidender Bedeutung. Sie findet neue Wege und neue Lösungen. Und Kreativität kann man fördern. Dafür darf man die kreativen Fächer allerdings nicht aus den Lehrplänen entfernen. Und wir müssen den anständigen Umgang miteinander lehren. Dafür steht das Herz. Wir vertun viel zu viel Kraft in Reibereien und Kämpfen, auch in Unternehmen. Anständiger Umgang ist dabei keine neue Erfindung. Schon die alten Griechen haben ihn gepredigt. Sie nannte es Tugenden, als da sind Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maßhaltung.“

Nach Prof. Dr. Klaus Töpfer im Jahr 2015 ist Prof. Hipp der zweite Träger des Preises, mit dem das dvi das ideelle Erbe seines Gründers Prof. Dieter Berndt bewahren und erhalten will. Prof. Dieter Berndt (1938-2013) war als Gründer, Hochschullehrer, Nachwuchsförderer und Impulsgeber eine der prägenden Figuren der deutschen Verpackungswirtschaft.


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